Wald in Bayern
Die BRD ist
auf mehr als 11 Millionen Hektar der Landesfläche mit Wald bestockt. Beinahe
1/4 der deutschen Wälder befindet sich auf dem Gebiet des Freistaates Bayern
(2,56 Mio. ha). Damit ist Bayern das waldreichste Bundesland. Die bayerische
Landesfläche ist zu etwa einem Drittel bewaldet.
Bayern das Land der PrivatwaldbesitzerÜber die Hälfte der bayerischen Wälder (58%) befindet sich in privatem Eigentum. Ingesamt gibt es im Freistaat ca. 600.000 private Waldbesitzer (Abb. 1). Die Größenspreizung reicht dabei vom urbanen Kleinstprivatwaldbesitzer bis hin zum Großprivatwald mit eigenem Personal. Die durchschnittliche Besitzgröße liegt bei etwa 2,3 ha. Der Staatswald hat in Bayern einen Anteil von ca. 30 %. Außerdem sind noch ca. 10 % der Waldfläche im körperschaftlichen Besitz (ca. 5000 Waldbesitzer).
Abb. 1: Verteilung der Waldfläche nach Eigentumsarten
Baumartenverteilung in BayernGenerell sind Bayerns Wälder mit ca. 2/3 Flächenanteil durch das Nadelholz geprägt. Die dominierende Baumart ist immer noch die Fichte (45 %), auch wenn ihr Flächenanteil bedingt durch die Folgen des Klimawandels und vielfältige Waldumbaumaßnahmen in Zukunft abnehmen wird. Zweitstärkste Nadelholzbaumart ist die Kiefer, die v.a. in Franken und in der Oberpfalz eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Dritthäufigste Baumart und somit gleichzeitig auch häufigste Laubholzbaumart ist die Buche (16 %), die von Natur aus fast überall in Bayern heimisch ist. Der Anteil der Eiche liegt nur bei etwa 6 % der Waldfläche. Ihr Hauptvorkommen ist in Unterfranken. (Abb. 2)
Abb. 2: Baumartenverteilung für Bayern
Vorratsreiches BayernBayern ist aber nicht nur was die Waldfläche angeht Spitzenreiter in Deutschland. Auch die Holzvorräte in Bayerns Wäldern sind bundesweit am höchsten (Abb. 3). Knapp 400 Erntefestmeter pro Hektar stocken im Durchschnitt. Das sind 25 % mehr als der bundesweite Mittelwert.
Abb. 3: Holzvorräte in der Bundesrepublik Deutschland
Bei einem
Vergleich der Eigentumsarten zeigen sich bei den Holzvorräten starke
Unterschiede (Abb. 4). Überdurchschnittlich sind dabei die Vorräte im
Privatwald. Besonders hohe Vorräte haben sich dabei v.a. im Kleinprivatwald
unter 20 ha Besitzgröße über Jahrzehnte durch geringe Nutzungssätze
angesammelt. Die Holzvorräte im Körperschafts- und Staatswald sind nahezu
gleich hoch.
Abb. 4: Holzvorrat in Bayern nach Eigentumsarten
Unterschätztes Potential - Pro Sekunde wächst 1 Festmeter Holz nachVergleicht man, unter Berücksichtigung der vorhandenen hohen Vorräte, die jährlichen mittleren Zuwächse und Nutzungssätze der Vergangenheit miteinander, so wird deutlich, dass das Potential in den Wäldern Bayerns lange Zeit unterschätzt wurde.Über alle Standorte, Baumarten, Altersklassen und Eigentumsarten hinweg wachsen in Bayern jährlich ca. 13 Erntefestmeter je Hektar nach (Abb. 5; rote Linie). Dem gegenüber steht ein Nutzungssatz von nur etwa 8 Erntefestmetern je Hektar (Abb. 5; blaue Linie). Im Privatwald liegen die Nutzungssätze häufig sogar deutlich unter diesem Wert. Befürchtungen, dass der Wald Bayerns in jüngster Vergangenheit übernutzt wurde, können somit widerlegt werden. Bei gleichbleibendem Zuwachs und weiterer Beibehaltung der Nutzungssätze wird es in Bayern mittelfristig zu einem weiteren Vorratsaufbau kommen. Es besteht diesbezüglich ausreichend Möglichkeit für die bayerischen Waldbesitzer, das Potential ihres Waldes unter der Berücksichtigung des Nachhaltigkeitsgedankens weiter auszuschöpfen.
Abb. 5: Durchschnittlicher Zuwachs und Nutzungssatz in Bayern nach Baumarten
Die dargestellten Grafiken beruhen auf den Ergebnissen der zweiten Bundeswaldinventur. Alle Ergebnisse der Bundeswaldinventur finden Sie hier!
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