Pressebereich

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Ansprechpartner

Hans Ludwig Körner
Geschäftsführer
Tel.: 089 – 539 06 68-15
Email: koerner@bayer-waldbesitzerverband.de

Pressemeldungen

Dringender Appell von Waldbesitzern und BUND Naturschutz: Wälder brauchen in der Klimakrise verantwortungsvolle Jagd

In der aktuellen Auseinandersetzung um die Novelle des Bundesjagdgesetzes fordern der Bayerische Waldbesitzerverband (WBV) und der BUND Naturschutz in Bayern (BN), dass der notwendige Waldumbau durch ein modernes Jagdrecht und damit einhergehenden angepassten Wildbeständen ermöglicht wird. BN und WBV kritisieren, dass vielerorts kein Mischwald heranwachsen kann, weil überhöhte Bestände von Rehen und Hirschen die jungen Bäumchen auffressen. BN und WBV befürchten, dass den Wäldern auch in Bayern durch die jüngsten Entwicklungen in der Reform des Bundesjagdgesetzes sogar deutliche Verschlechterungen drohen.
Josef Ziegler, Präsident des WBV, und Richard Mergner, Vorsitzender des BN, appellieren eindringlich an die Regierungskoalition im Deutschen Bundestag: „Die Gesellschaft erwartet, dass die Wälder fit für die Zukunft gemacht werden, damit sie ihre unersetzlichen Leistungen für die Allgemeinheit, wie Trinkwasser-, Klima- oder Bodenschutz erfüllen können. Daher muss die Politik mit dem Jagdgesetz den Rahmen so setzen, dass Naturverjüngung und Waldumbau möglich sind und verantwortungsbewusste Jäger und Jägerinnen müssen daran mitwirken.“
Mit einer überhohen Wilddichte ist weder dem Wald noch den Rehen gedient. Positive Beispiele zeigen, dass nach einer Anpassung von Rehen und Hirschen der Wald und die Wildtiere gleichermaßen profitieren und die Artenvielfalt zunimmt. Damit diese lokalen Vorbilder Standard werden können, fordern BN und WBV für das Bundesjagdgesetz insbesondere ein klares Waldverjüngungsziel für heimische und standortgemäße Baumarten, Vegetationsgutachten für alle Jagdreviere und eine bessere Umsetzung der Abschussplanung durch die Behörden, die die Erfüllung des Abschusses auch kontrollieren und gegebenenfalls sanktionieren müssen.

Josef Ziegler, Präsident des WBV: „Ohne bessere rechtliche Rahmenbedingungen werden es die Waldeigentümer nicht schaffen, einen zukunftsfähigen Mischwald aufzubauen. Die Politik muss jetzt den jungen Bäumen helfen, anstatt überflüssige bürokratische Hürden wie ein Lebensraumgutachten einzuführen. Es reicht in der Klimakrise nicht mehr, wenn sich nur die wenig verbissenen Fichten oder Kiefern verjüngen. Auf großer Fläche scheitert der Waldumbau wegen zu vieler Rehe und das ist unverantwortlich gegenüber den kommenden Generationen.“

Richard Mergner, Vorsitzender des BN: „Die Forderung nach immer mehr künstlichen Schutzmaßnahmen wie Zäune oder Plastikkappen zugunsten von Jagdinteressen ist ökologisch sinnlos und ökonomisch weder den Waldbesitzern noch dem Steuerzahler zumutbar. Nur wenn ein stabiler Mischwald im Wesentlichen ohne künstliche Schutzmaßnahmen aufwachsen kann, gelingt die Jahrhundertaufgabe des Waldumbaus.“

Freiherr Götz von Rotenhan, erster Vizepräsident des WBV: „Wir sehen als Waldbesitzer mit Sorge, dass ein Teil der Jägerschaft den Wäldern und deren Eigentümern in dieser existenzbedrohenden Klimakrise die Unterstützung aufkündigt. Wir brauchen die Selbstheilungskräfte des Waldes in Form der Naturverjüngung genauso wie die Saat und Pflanzung geeigneter Baumarten. Insbesondere diejenigen heimischen und standortgerechten Baumarten, die bislang an den durch Käfer und Sturm zerstörten Standorten nicht vorhanden waren, müssen sich zukünftig im Wesentlichen ohne Schutz verjüngen dürfen. Nur so wird der Wald zukünftig ein guter Lebensraum auch für das Wild sein können."

Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender des BN: „Es ist völlig absurd, im Jagdgesetz eine Lebensraumanalyse für das Rehwild - deutschlandweit die häufigste Schalenwildart - neu festzuschreiben, nicht aber für bedrohte und seltene Arten wie Rebhuhn und Feldhase. Dies dient offensichtlich nur dazu die überfällige Anpassung des Rehwildes an seinen Lebensraum Wald zu verhindern.“

Hintergrundinformationen:


Große Verbissschäden in weiten Teilen Bayerns

Die Bayerischen Forstbehörden erstellen alle 3 Jahre für die 762 Hegegemeinschaften, Hegeringe und Hochwildhegegemeinschaften in Bayern ein Forstliches Gutachten zur Situation der Waldverjüngung. Wesentlicher Maßstab für die abschließende Wertung der Verbisssituation im Gutachten ist das Erreichen des „Waldverjüngungsziels“ des Bayerischen Jagdgesetzes, d.h. dass sich die standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen natürlich verjüngen können1. Seit 2015 ist in knapp der Hälfte der Hegegemeinschaften die Verbissbelastung als „deutlich zu hoch“ und „zu hoch“ bewertet, zuletzt mit leicht steigender Tendenz (zuletzt in 2018: 47 %). Günstige Verhältnisse gibt es nur in etwa jeder 20. Hegegemeinschaft. In 88 % der Hegegemeinschaften ist der Verbiss seit 2006 nicht „durchgehend tragbar bzw. günstig“, so dass Bäumchen immer wieder mal verbissen werden. In 23 % der Hegegemeinschaften ist die Verbissbelastung seit 2006 sogar „durchgehend zu hoch bzw. deutlich zu hoch“.

Rehe sind nicht bedroht, sondern die häufigste Schalenwildart in Bayern

Der Bayerische Jagdverband und die Deutsche Wildtierstiftung bezeichnen das Rehwild als die häufigste Schalenwildart in Deutschland bzw. Mitteleuropa. In Bayern steigen die gemeldeten Abschusszahlen seit vielen Jahren stetig an. Seit 2010 werden pro Jahr über 300.000 Rehe geschossen2. Bei einer Jagdfläche von 6,8 Millionen Hektar in Bayern3 ergibt dies einen Abschuss von ca. 4,5 Rehen pro 100 Hektar Jagdfläche. In Waldgebieten, in denen Naturverjüngungen bzw. Pflanzungen geeigneter Baumarten aufwachsen können, werden i.d.R. 15 bis 20 Rehe pro 100 Hektar erlegt.

Zentrale Forderungen zum Bundesjagdgesetz zur Schalenwildbejagung:


1. Waldverjüngungsziel: Die Hege und Bejagung sollen die Verjüngung aller standortheimischen und standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen.
2. Abschussplanung: Die Abschusspläne sind so festzusetzen und zu kontrollieren, dass eine Naturverjüngung, Saat und Anpflanzung aller standortheimischen und standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglicht wird. Für die Bejagung von Rehwild werden jährliche Mindestabschusspläne erstellt, wofür insbesondere der Zustand der Vegetation, insbesondere der Waldverjüngung zu berücksichtigen ist.
3. Vegetationsgutachten: Als Grundlage für die Abschussplanung erheben und bewerten die Forstbehörden im 3-Jahresturnus insbesondere auf Jagdrevierebene den Vegetationszustand. Die Ergebnisse der Vegetationsgutachten werden Jägern, Waldbesitzern und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
4. Weiteres: Es soll eine Duldungspflicht in Bezug auf überjagende Hunde bei Gesellschaftsjagden verankert werden.

1 https://www.stmelf.bayern.de/mam/cms01/wald/jagd/dateien/bericht_forstliches_gutachten_2018_web.pdf
2 https://www.jagd-bayern.de/wp-content/uploads/2020/01/Rehstrecke-1.pdf
3 https://www.jagd-bayern.de/jagd-wild-wald/jagdpraxis/jagdflaechen-und-jaeger/:

Waldbesitzer sagen in Corona-Zeiten Danke

Mit Christbäumen aus unseren Wäldern sagen die Waldbesitzer in Zeiten der Corona-Pandemie symbolisch Danke für die Leistung der Mitarbeiter im Gesundheitssektor oder schenken Freude an Schulen und sorgen somit für etwas weihnachtliche Stimmung. „2020 ist ein besonderes Jahr. Mit der Corona-Pandemie erleben wir eine noch nie dagewesene Situation, die unser aller Leben nachhaltig beeinflusst. Viele Menschen leisten in diesen außergewöhnlichen Zeiten für uns alle eine hervorragende Arbeit - sei es in Krankenhäusern und Pflegeheimen, in den Gesundheitsämtern und auch an Schulen. Hierfür möchten wir Waldbesitzer uns bedanken und es ist uns ein Anliegen mit Christbäumen aus unseren Wäldern unsere Anerkennung zu zeigen. Sie alle leisten derzeit so viel und das unter nicht einfachen Bedingungen. Wir hoffen, dass wir mit dieser Aktion etwas weihnachtliche Stimmung weitergeben können“, erläutert der Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Josef Ziegler, die Aktion „Wir sagen Danke!“.

Die Übergabe von Christbäumen an Krankenhäuser, Pflegeheimen, Gesundheitsämter oder Schulen ist eine Aktion des Bayerischen Waldbesitzerverbandes. Wir möchten unsere Anerkennung zum Ausdruck bringen und den Mitarbeitern der Gesundheitsverwaltung, die heuer extrem stark gefordert wurden, mit dem Anblick eines Christbaums aus bayerischen Wäldern eine Freude bereiten. Der grüne Christbaum ist seit jeher ein Symbol für Hoffnung, Lebenskraft und Gesundheit. Auch hierfür sollen diese Bäume, die in mehreren Regionen von den Waldbesitzern, Waldbesitzervereinigungen/Forstbetriebsgemeinschaften oder Privatwaldgemeinschaften in den letzten Tagen übergeben wurden, stehen.

Bayerischer Waldbesitzerverband stiftet Christbaum für das Haus der Bayerischen Wirtschaft

Der Bayerische Waldbesitzerverband e. V. ist seit Januar 2020 Mitglied der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Anlässlich des bevorstehenden Jahrestages der Mitgliedschaft stiftet der Verband einen Christbaum aus bayerischen Wäldern, der am kommenden Freitag (27.11.) vor dem Haupteingang am Sitz der vbw, dem Haus der Bayerischen Wirtschaft in München, aufgestellt wird.
„Das Cluster Forst und Holz ist ein starker Wirtschaftsfaktor im Freistaat. 700.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer produzieren jährlich nachhaltig 20 Millionen m³ Holz und binden in ihren Wäldern 18 Millionen Tonnen CO2. Wir schaffen den Klima-wald der Zukunft. Das ist ein lebender, gepflegter und vielfältiger Wald, in dem der wichtigste nachwachsende Rohstoff der Zukunft erzeugt wird. Damit tragen wir auf der gesamten Fläche des Freistaates mit 3,5 Prozent zum Produktionswert der bayerischen Wirtschaft bei“, sagte Josef Ziegler, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes e. V., anlässlich der Übergabe eines Christbaumes an die vbw. Ziegler weiter: „Die letzten Jahre waren insbesondere für die bayerische Forstwirtschaft ausgesprochen schwer und defizitär. Die Folgen der Klimaerwärmung, insbesondere der Befall von Borkenkäfern haben wertvolle Waldbestände vernichtet. Dennoch werden die Waldbesitzer nicht aufgeben. Ein Christbaum aus nachhaltiger bayerischer Forst-wirtschaft ist dabei ein schönes Symbol der Hoffnung in diesen schwierigen Zeiten.“
vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt würdigt die Arbeit des Bayerischen Waldbesitzerverbandes: „Der Verband setzt sich für die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes auf der gesamten Fläche ein, die neben wirtschaftlichen Belangen auch ökologische, kulturelle und soziale Aspekte berücksichtigt.“ Die vbw freut sich über das Geschenk. Brossardt: „2020 war ein Jahr mit außergewöhnlichen Herausforderungen. Die bayerische Wirtschaft befindet sich in einer extrem schwierigen Lage. Umso wichtiger ist es, wenn wir unsere Traditionen auch in schwieriger Zeit aufrechterhalten. Das gibt uns Kraft und lässt uns mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Der Christbaum des Bayerischen Waldbesitzerverbands hilft uns, uns auf besinnliche Weihnachtstage einzustimmen. Herrn Präsidenten Ziegler und dem Bayerischen Waldbesitzerverband gebührt mein herzlicher Dank.“
Der Bayerische Waldbesitzerverband ist einer von 145 bayerischen Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden sowie 45 Einzelunternehmen, die unter dem Dach der vbw versammelt sind. In den Branchen der vbw Mitgliedsverbände sind bayernweit etwa 4,8 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte tätig, das sind fast 90 Prozent aller Beschäftigten im Freistaat.